Peter Mandelson – Freund von Epstein, Maxwell und Rothschilds + Bilderberger

von Pierre Kranz

Weltwirtschaftsforum [CC BY-SA 2.0] via Wikimedia Commons

Es nimmt kein Ende. Gerade recherchiert man über einen bestimmten Sachverhalt, eine konkrete Persönlichkeit, die mit Jeffrey Epstein verbunden war, fliegt einem sofort der nächste Hochkaräter ins Haus. Man gewinnt immer mehr den Eindruck, dass die Zugehörigkeit in die Umlaufbahnen von Epstein nicht die Ausnahme sind, sondern die Regel.

Verfolgt man die Person Jeffrey Epstein, so findet man hunderte von Leuten aller Lebensbereiche. Wall Street, Hollywood, Wissenschaft, Filmindustrie, Immobilienmarkt, Universitäten bis hin ins Weiße Haus.

Nun auch britische Politiker, genaugenommen Peter Mandelson von der Labour Party, zeigten sich in aller Öffentlichkeit und Urlaubsfreude mit Jeffrey Epstein. Es ist neben Tony Blair, über den ich bereits berichtet habe, der zweite hochkarätige britische Politiker ohne Berührungsängste mit dem Sexualstraftäter.

Zwei Urlauber in der Modeboutique

Wir schreiben das Jahr 2005, genauer gesagt den 27. Dezember 2005, als sich Mandelson eine Auszeit gönnt. Zu jener Zeit war Mandelson Handelskommissar der Europäischen Union, für die ihm der Steuerzahler ein Gehalt von über 200.000 Pfund pro Jahr zahlte.

Zwei Urlauber mittleren Alters betreten eine karibische Modeboutique auf einem der exotischen Spielplätze für Millionäre, auf denen immer die Sonne scheint und endlose Palmen bei Nachmittagswind schwanken.

Einer der Urlauber ist Jeffrey Epstein, ein Finanzier, dessen Geschäftspartner und Finanzaktivitäten niemand zu kennen scheint. Sein Begleiter ist Peter Mandelson, ein ehemaliger britischer Kabinettsminister und langjähriger Freund von Ghislaine Maxwell. Es ist die Zeit, in der Epstein wegen zahlreicher Sexualdelikte bereits polizeilich untersucht wird.

Die beide Männer teilen die Liebe zu exklusiven Designerklamotten. Zu diesem Zweck trägt Mandelson eine Patek Philippe Uhr im Wert von 21.000 Pfund, fast zwei Monatsgehälter, gemessen an seinem Einkommen.

Keineswegs ist dies das erste Treffen von Epstein und Mandelson. Sie kennen sich seit Jahren. Zuvor gastierte Mandelson auf seiner karibischen Insel Little Saint James um Urlaub zu machen, eine 71 Hektar große Insel, die der Inbegriff ganzer Sexorgien geworden ist. Auch in der 77 Millionen Dollar teuren New Yorker Villa speiste der Politiker, ein Anwesen mit erotischer Kunst und reißerischen Fotos von jungen Frauen.

Der Grund, weshalb Mandelson noch nicht ins Fadenkreuz oder Kreuzverhör genommen wurde, ist seine langjährige Beziehung zu Reinaldo Avila da Silva, was ihn als Homosexuellen nicht unbedingt mit sexuellen Missbrauch junger Mädchen in Verbindung bringt.

Mandelson und Prinz Andrew – Rothschild Verbindung

Interessant in diesem Zusammenhang ist eine weitere langjährige Freundschaft. Die Freundschaft von Andrew und Mandelson besteht seit den 90er Jahren, kurz nachdem Mandelson sein Amt in der Labour Partei angetreten hat. Beide Herrschaften verbindet eine Faszination für ausländische Milliardäre, insbesondere für Jeffrey Epstein.

So standen der Prinz als auch Mandelson im Jahre 2000 auf der Gästeliste einer Hochzeit. Die Hochzeit von Sir Evelyn de Rothschild und Lynn Forester de Rothschild. Ein Jahr später wurde Prinz Andrew zum britischen Handelsbotschafter ernannt.

Wir erinnern uns: Auch Epstein hat eine Verbindung zu den Rothschilds, die auf die 90er Jahre zurückzuführen ist, während der Präsidentschaft von Bill Clinton.

Die Verbindung zu der Familie Rothschild blieb lange Zeit im Verborgenen, Nun tauchte ein Brief von der Geschäftsfrau Lynn Forester de Rothschild auf, den sie 1995 an Bill Clinton geschrieben hat. Interessant ist die Erwähnung von Jeffrey Epstein.

Sehr geehrter Herr Präsident,
es war mir ein Vergnügen, Sie kürzlich in Senator Kennedy’s House zu treffen. Es gab zu viel zu besprechen und zu wenig Zeit. Mit meinen fünfzehn Sekunden Zugang, um über Jeffrey Epstein und die Währungsstabilisierung zu sprechen, habe ich es versäumt, mit Ihnen über ein Thema zu sprechen, das mir sehr am Herzen liegt. Nämlich über gesamtgesellschaftliche Maßnahmen gegen Diskriminierung.

Den Brief habe ich hier für Sie verlinkt.

Der Staranwalt Alan Dershowitz erzählte in einem Interview, Epstein im Sommer 1996 kennengelernt zu haben. Beide bekanntgemacht hatte sie die bereits erwähnte Lynn Forester de Rothschild. Bei einer Party auf Martha’s Vineyard, wo die Rothschilds ein Anwesen haben, sagte sie zu Dershowitz: “Ich habe diesen Freund, er würde dich wirklich gerne treffen.”

Dieser Freund stellte sich als Epstein heraus und die beiden Herren kamen ins Gespräch, Dershowitz erinnert sich:

„Er war temperamentvoll, er war total politisch inkorrekt. Es war interessant, mit ihm zusammen zu sein.”

Mandelson, Maxwell und Virginia Roberts Giuffre

Mandelson hat auch das prominenteste Opfer getroffen, Virginia Roberts Giuffre. Giuffre selber gibt in ihrer Zivilklage an, mindestens dreimal von Prinz Andrew missbraucht worden zu sein. Ein gemeinsames Foto im Londoner Anwesen von Maxwell habe ich hier für Sie verlinkt.

In einem Interview aus dem Jahr 2011 sagte Giuffre:

Dass Jeffrey den ehemaligen Premierminister Tony Blair kennt, weiß ich nicht. Peter Mandelson hingegen kenne ich. Ich erinnere mich an Mandelson, als er im Haus in New York war, dort wurde ich ihm auf einer Dinnerparty vorgestellt.

Andrew ist kürzlich in den Fokus von Ermittlungen geraten, nachdem Fotos vom 6. Dezember 2010 in Epsteins Manhattan-Villa ihren Weg an die Öffentlichkeit gefunden haben.

Aufgenommene Fotos an diesem Tag zeigen Prinz Andrew an der Türschwelle, die Türe nur einen Spalt geöffnet, verabschiedet er augenzwinkernd ein junges Mädchen, welches gerade die Villa verlässt. Er wirkt völlig unbefangen, wüsste man es nicht besser, so denkt man, hier wohnt Prinz Andrew. Die mysteriöse Brünette, die mit Prinz Andrew an der Türschwelle gefilmt wurde, ist die Tochter des ehemaligen australischen Premierministers Paul Keating – Katherine Keating.

Ein Jahr später, also im Jahre 2011, traf sich Mandelson erneut mit dem damals bereits gerichtlich verurteilten Sexualstraftäter. Laut einer Quelle der DailyMail wurde Mandelson von Maxwell eingeladen.

TerraMar Projekt und Bilderberger

Dann wäre da noch ihre gemeinnützige Organisation TerraMar. Im Rahmen des von Maxwell gegründeten TerraMar-Projekts, nahm sie 2013 an der Clinton Global Initiative teil. Die gemeinnützige Umweltschutzorganisation wurde seltsamerweise am 12. Juli aufgelöst, kurz nach der Verhaftung von Epstein.

Die inzwischen nicht mehr aktive TerraMar-Website enthielt auch das Lob des Milliardärs Richard Branson. Dieser Kontakt kam zustande, nachdem Maxwell ihre gemeinnützige Arbeit den Ocean Elders, einer Gruppe von Geschäftsleuten und Wissenschaftlern, die sich für die Erhaltung der Meere einsetzt, vorgestellt hatte.

Mitinitiator von TerraMar, so die DailyMail: Peter Mandelson!

In einer auf der Website veröffentlichten Beitrag erklärte er:

“Die Ozeane und die Wasserpolitik werden im Allgemeinen eines der bestimmenden Themen des 21. Jahrhunderts sein… deshalb unterstütze ich die neue TerraMar-Initiative.“

In den Jahren 1999 und 2009 hat Mandelson auf Einladung an Bilderberg-Konferenzen teilgenommen. Hier ein Artikel vom Guardian.

Anfragen zur Erklärung rund um die Beziehung zu Epstein und Maxwell kommentierte Mandelson bisher nicht. Ein Bekannter sagte jedoch, dass der Labour-Politiker Epstein in den Jahren insgesamt nicht mehr als fünf oder sechs Mal getroffen habe. Maxwell habe er in den 80er Jahren kennengelernt, so kam die Beziehung zu Epstein zustande.


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